Schwanheim. „Es geht mir einfach darum, mich ein wenig fitter zu fühlen und nicht so sehr darum, Kilos zu verlieren“, sagt Armin Kaiser. Der 51-jährige ist einer von 65 Teilnehmern, die sich bei einer vierwöchigen Studie mit Titel „Low Carb“ angemeldet haben, im „Enjoy-Fitnesstudio“ in Schwanheim gestartet ist. „Vor knapp zehn Jahren habe ich das letzte Mal beim Fußball-Training ernsthaft Sport gemacht.“ Und auch im Beruf, er ist in der Verwaltung tätig, leidet er wie viele an Bewegungsmangel.

Dabei geht es in der Studie nicht alleine darum, wie Muskeln aufgebaut werden, sondern wie sich eine veränderte Ernährung auf den Körper auswirkt. Kern der Untersuchung sei es, weitgehend auf kohlenhydratreiche Kost zu verzichten, erklärt Sportstudentin Karina Klinger. Die 22-Jährige studiert an der Sportuniversität im sechsten Semester Sportwissenschaften und ist wissenschaftliche Betreuerin der Studie. Dass viel Bewegung nicht alleine ausreicht, sich in seinem Körper wohlzufühlen, hat die sympathische junge Frau am eigenen Leib erfahren.

„Früher habe ich unregelmäßig gegessen und überhaupt nicht auf meine Ernährung geachtet. Dadurch habe ich mich schlapp gefühlt und bin sportlich nur langsam vorwärts gekommen.“ Nun nehme sie täglich fünf kleine Mahlzeiten zu sich und verzichtet beispielsweise auf Lebensmittel, die viel Zucker enthalten oder frittiert sind. Stattdessen isst sie bevorzugt eiweißreiche Nahrung. Zu den Speisen, die besonders viel Eiweiß enthalten, gehören unter anderem Fisch, aber auch Quark oder Sojaprodukte. „Auch ein Rumpsteak ist erlaubt, wenn es nicht in viel Fett gebraten wurde. Pommes oder Kartoffeln sind aber tabu.“

Hintergrund sei der Stoffwechsel des Menschen, der sich in unserer Entwicklung darauf ausgerichtet habe, Kohlehydrate zu bunkern und sehr viel Eiweiß zu verarbeiten. Während die Kost der frühen Menschen vor allem aus eiweißhaltigem Fleisch bestand, enthalten unsere heutigen Lebensmittel vor allem sehr viel Zucker. Wird diese Energie nicht verbraucht, speichert sie der Körper in Form von Fett. „Mit der Ernährungsumstellung, die wir den Teilnehmern empfehlen, zielen wir auf einen dauerhaften Erfolg. Um Eiweiß zu verarbeiten, verbraucht der Körper viel mehr Energie als bei Zucker, so nimmt man weniger zu.“

Dass sich aber auch kurzfristig ein erster Erfolg einstellen kann, hat sie bei der jüngsten Studie, die sie zum gleichen Thema betreute, herausgefunden: „Im Durchschnitt haben die Teilnehmer binnen vier Wochen fast vier Zentimeter Hüftumfang verloren.“ Das Gewicht sei allerdings weitgehend unverändert geblieben. „Durch das Training wurde Fett in Muskelmasse umgewandelt, die schwerer als Fett ist.“

Da zu einem gesunden Körper neben vernünftiger Ernährung auch Bewegung gehört, treffen sich die Teilnehmer der Studie zwei Mal wöchentlich im dem Schwanheimer Sportstudio und trainieren unter Anleitung der Fachleute jeweils 90 Minuten. Zirkel-, Kraft- und Ausdauertraining stehen dann auf dem Programm. Dazu kommt ein Mal pro Woche eine Theoriestunde zur Ernährungsberatung. Nach vier Wochen werden dann die Fragebögen ausgefüllt und gemessen, wie stark sich der Umfang von Taille, Oberschenkel und das Gewicht verändert haben.

Quelle: Frankfurter Neue Presse