Sonntag morgen 22. Oktober 2006, eigentlich ein schöner morgen im britischen Boston.
Wir sitzen mit der Familie beisammen, frühstücken und packen unsere Sachen um auf jedenfall
Rechtzeitig am Flughafen in Stansted anzukommen. Um ca. 17:30Uhr die übliche Prozedur am Flughafen London Stansted: Einreihen in die Schlange zum Ryanair CheckIn, Sicherheitskontrolle und warten am Gate auf das Boarding.

Der Ryanair Checkin lief problemlos und freundlich wie gehabt auf Englisch ab. Bei der Sicherheitskontrolle herrscht in London Stansted eine sehr genaue Kontrolle: Wegschmeißen aller Flüssigkeiten (vom Getränk bis zum Einwegfeuerzeug) und Essbarem, sowie aller Schmink und Körperpflegeartikel wie Deos, Lippenstifte, Cremes etc.. Die Prozedur wird gefolgt von einer genauesten Leibesvisitation auf elektronischen und manuellem Wege. Geschafft! Alles erledigt dachte ich - Von wegen, hinter der nächsten Ecke wartete schon die Schuhkontrolle. Also alle Schuhe ausgezogen und auf das Fließband des Röntgengerätes gelegt. Dem gelangweiltem Sicherheitsmann am Bildschirm schien das alles garnicht zu interessieren. Am Ende des Fließbandes Schuhe gegriffen, wieder angezogen und auf den Weg zum Gate gemacht.

Yippieh - Geschafft, ca. um 19:00 Uhr (50 Min vor Abflug) trafen wir rechtzeitig am Ryanair Gate ein. Um ca. 19:30 Uhr kam die erste Durchsage das sich unser Ryanair Flug FR438 Stansted - Lübeck ca. eine halbe Stunde verzögern wird. Die in einem ermutigendem blau gekleidete Dame von Ryanair am Gate bestätigte die zumeist unverständliche Durchsage einigen Fluggästen.
Diese Prozedur wiederholte sich zwei mal bis sich die blau gekleidete Ryanair Dame um ca. 20:45 Uhr stillschweigend Ihre Sachen packte und sich vom Gate entfernte. Nach dem sich die freundliche Ryanair Dame offensichtlich in Sicherheit gebracht hatte, schallte eine weitere Durchsage durch die Lautsprecher des Flughafens.
Den wartendenden des Ryanair Fluges FR438 wurde mitgeteilt das der Flug soeben gecancelt wurde und man sich am Ryanair Check-In in der Wartezone einfinden möchte.

Also alle der ca. 180 wartenden Passagiere machte sich den Weg Richtung Ausgang. Wer halbwegs clever war packte beim Baggage Claim (Gepäckausgabe) noch seine Koffer und begab sich zum Ryanair Ckeck-In. Nach langem warten versuchten uns die Ryanair Mitarbeiter mit zuvor monoton Einstudierten Standardsätzen uns klarzumachen das der Flug ausgefallen ist und das wir lediglich die Erstattung der Flugkosten hier beantragen könnten. Als alternativ Flug wurden einem lediglich ein Flug 3 Tage später nach Lübeck vorgeschlagen. Auf die Fage man die Tage bis dahin überstehen soll vor allem Dingen Kindern erklärte man einem das der Stansted-Express einem nach London bringen kann und man sich dort ein Hotel suchen können.
Ein alternativer Standardsatz hierzu lautete: Kein Problem, der Flughafen Stansted hat die ganze Nacht geöffnet. Die dabei anfallenden Kosten jedoch nicht am Schalter erstattet werden könne, sicherheitshalber wurde uns eine leere Kasse gezeigt. Beschwerden könne man an eine auf ein kopiertes Stück Papier aufgedruckte Faxnummer oder eMail Adresse richten. Alle weiteren Fragen bezüglich Kostenerstattung und Flüge am nächsten Tag wurden mit einem herrüberschieben eben dieses Zettels beantwortet. Ebenfalls sämtliche Hinweise auf die EU Richtlinie 261/2004 bezüglich Getränke, Ersatzflüge, menschliche Unterbringung etc.
Eine etwas freiere Formulierung dem was Ryanair Mitarbeitern uns geboten haben würde lauten: Rutsch mir den Buckel runter.
Kurzum keinerlei befriedigende Hilfe seitens Ryanair. Wir sind mit 3 Kindern (im Alter von 6-15 Jahren) auf uns alleine gestellt.

Das Dach vom Airport Standsted
Wir hätten uns nie Träumen lassen, unter diesem Dach eine ganze Nacht zuzubringen.

Da von oben auch keine Eingebeung kam blieb uns nur unter den Umständen uns selber nach einem Rückflug umzuschauen…

Das Problem ist nur das die anderen ca. 180 Passagiere selbiges bestreben verfolgen und man damit rechnen muss das die anderen Transportmöglichkeiten extrem schnell ausgebucht sind.
Auf die schnelle war nur Air Berlin als günstigste alternative auszumachen. Also auf zum Air Berlin Schalter. Erste Anfragen am Air Berlin Schalter konnten uns 7 Plätze (genau passend für unsere Familie und Schwiegereltern) am nächsten morgen nach Hannover zu rund 200,- Euro pro Person (!) angeboten werden. Ein ganzer Haufen Geld die zusätzlich auf einem zu kommen!! Nachdem die kurzfristige Finanzierung geklärt war wollten wir diese buchen. Leider waren nun nur noch 5 Plätze frei die wir buchen konnten. Meine Schwiegereltern haben nun notgedrungen auf eine Flug nach Düsseldorf am nächsten morgen ausgewichen.

Mit sicheren (!!!) Air Berlin Tickets in der Tasche machten wir uns nun auf die Suche nach Sitzplätzen in der Wartezone.

Alles weitere folgt im nächsten Beitrag…

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